Smarter Mörser von Jungthal
Praktisches Werkzeug mit schlauen Korkdetails
Vor ein paar Wochen habe ich es ja tatsächlich geschafft, meinen kleineren Mörser beim Stößeln kaputtzuschlagen! Gut, er hatte schon etliche Jahre auf dem
Buckel und ich hatte ihn damals für wenig Geld bei IKEA gekauft, aber schade war es trotzdem. Wie auch immer, die E-Mail von Mirja von
Hinter Jungthal steht ein kleines Berliner Familien-Startup, das aus dem Alltag in der Küche mit drei Kindern entstanden ist und den Mörser nicht als Lifestyle-Objekt, sondern als robustes Arbeitswerkzeug versteht. Die konkrete Idee kam laut Mirja, nachdem ein Stößel von der Arbeitsfläche rollte und zerbrach. Da regelmäßig Korkuntersetzer unter der Granitschale lagen, um Schläge zu dämpfen, entwickelte sie daraus schrittweise ein eigenes Set mit Korkfuß und Deckel, das typische Schwächen klassischer Mörser im praktischen Einsatz reduziert.
Mörser und Stößel
Nur zwei Tage nach meiner Zusage, den Mörser ausgiebig zu testen, bekam ich auch schon ein Paket. In diesem befand sich, gut eingehüllt in Verpackungspapier, die schön gestaltete Verpackung für den Mörser. Darin wiederum der Mörser selbst, ein gut verpackter Stößel sowie der dazugehörige Fuß und ein Deckel mit Aussparung für den Stößel.
Der Mörser ist aus stabilem Granit und hat einen Durchmesser von sechzehn Zentimetern. Sehr gut gefällt mir die durch Längsrillen sehr raue Innenfläche. Es gibt nichts Schlimmeres als Mörser, die eine glatte Oberfläche haben. Der Stößel ist ebenfalls aus Granit, hat eine angenehme Länge und liegt gut in der Hand.
Sowohl der Fuß als auch der Deckel des Mörsers sind aus Kork. Beim abnehmbaren Fuß erweist sich die Wahl des Materials als besonders praktisch. Der Kork dämpft die Stöße des Stößels ab und schützt so deine Arbeitsfläche vor Schrammen, er bietet gleichzeitig aber auch genug Halt, damit der Mörser im Betrieb stabil an Ort und Stelle stehen bleibt.
Beim Deckel hat der Kork wohl eher einen ästhetischen Aspekt, der aber sehr gut funktioniert und das gesamte Set sehr stimmig und wertig aussehen lässt. Darüber hinaus verfügt der Deckel noch über zwei praktische Gimmicks. Auf der Oberseite hat der Deckel eine Aussparung, in die der Stößel beim Transport, aber auch bei der Aufbewahrung genau hineinpasst. So lässt sich der Mörser mitsamt Stößel auch in flachen Regal- oder Schrankfächern sicher verwahren.
Der Clou befindet sich aber auf der Unterseite des Deckels! In dem Ring, der den Deckel beim Transport sicher auf dem Mörser aufsitzen lässt, befinden sich ebenfalls zwei Aussparungen, in die man den Stößel wie auf eine kleine Rampe auflegen kann. So hat man während der Verwendung des Mörsers eine solide Ablagefläche für den Stößel. Dieser liegt darin mit etwas Abstand auf, sodass die Reste von gerade gemörserten Zutaten nicht den Kork verunreinigen.
Mein Erfahrungsbericht
Wie es der Zufall will, hatten wir am selben Abend noch Besuch von Deni, mit der wir gemeinsam ein thailändisches Curry kochen und die Paste dafür selbst zubereiten wollten. Eine günstige Gelegenheit also, den Mörser gleich einmal auf Herz und Nieren zu prüfen.
Eine thailändische Currypaste eignet sich meiner Meinung nach besonders gut dafür, da man sehr unterschiedlich harte Zutaten, wie Schalotten, Chilis, Korianderwurzeln, Galgant, Zitronengras oder Koriandersamen nacheinander zerstoßen und miteinander vermengen muss.
Außerdem ist es gleichzeitig ein Ausdauertest für Mensch und Maschine, da die Zubereitung einer guten Paste auch gut zwanzig Minuten stetiges Mörsern verlangt. Eine Zeitspanne, in der man auch gerne mal eine Pause einlegt.
Der
Mit dem stabilen Stößel ließen sich alle Zutaten kräftig zerstoßen und durch die raue Oberfläche des Mörsers danach zum weiteren Zerkleinern und Vermengen zerreiben. So entstand nach und nach eine perfekte Currypaste. Beim Nachlegen von Zutaten oder wenn dank eines schmerzenden Arms ein Päuschen angesagt war, hatte der Stößel mit dem umgedrehten Deckel einen sicheren Ablageplatz.
So hat sich der Kandidat bei diesem ersten Test als zugleich schicker und smarter Mörser bewiesen. Auch bei weiterer Benutzung hat sich der Mörser bei einfacheren Pasten wie „Saam Sahai“ aus Korianderwurzel, Knoblauch und Pfeffer oder diversen Nam Prik Variationen als alltagstauglich und praktisch erwiesen. Dass ich mit dem umgedrehten Deckel eine Ablagefläche für den Stößel habe, muss ich noch verinnerlichen; das ist noch etwas ungewohnt, wird aber nicht lange dauern.
Alles in allem bin ich mit dem Mörser sehr zufrieden und er wird bei mir sicherlich mindestens so oft im Einsatz sein wie sein Vorgänger. Nur wenn es darum
geht, größere Mengen an einer Currypaste herzustellen, kommt er, wie alle Mörser in dieser Größenklasse, schnell an seine Kapazitätsgrenzen, aber für diese
Fälle habe ich ja dann noch meinen
Verwendung
Zum Schluss möchte ich dir noch einige Pasten vorstellen, die ich bereits mit dem Mörser zubereitet habe und für deren Zubereitung er mir besonders geeignet erscheint.